Frohe Weihnachten!

Wie in jedem Jahr machen wir zwischen Weihnachten und Neujahr Urlaub, d. h. vom 22.12.2018 bis zum 01.01.2019 bleibt die Kanzlei geschlossen.

Ab dem 02.01.2019 sind wir wieder für Sie da.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ruhige und besinnliche Weihnachten und einen guten Übergang in das neue Jahr!

Entscheidungen des BSG für Selbständige

Das Bundessozialgericht hat am 12.09.2018 drei Entscheidungen zu § 41a SGB II getroffen und damit zwei aktuelle Rechtsfragen geklärt.
Diese Entscheidungen haben für Leistungsempfänger, die zugleich selbständig erwerbstätig sind, große Bedeutung.

Die erste Frage bezog sich auf die Geltung des § 41a SGB II für Zeiträume vor Inkrafttreten dieser Vorschrift, d. h. vor dem 01.08.2016.
§ 80 Abs. 2 SGB II enthält dazu Übergangsregelungen, die aus meiner Sicht schon dem Wortlaut nach eine Anwendung von § 41a SGB II für Bewilligungszeiträume vor dem 01.08.2016 klar ausschließen. Die Jobcenter vertraten aber häufig die Ansicht, die neuen Regelungen seien auch auf ältere Bewilligungszeiträume anwendbar, die schon vor dem 01.08.2016 endeten.

Dem hat das BSG nun einen Riegel vorgeschoben und entschieden, dass § 41a SGB II auf Bewilligungszeiträume nicht anzuwenden ist, die vor dem 01.08.2016 beendet waren. Damit entfällt für diese Zeiträume die unsägliche Möglichkeit, Leistungsansprüche für den gesamten Bewilligungszeitraum auf Null festzusetzen, wenn nicht „rechtzeitig“ (dazu später) die Nachweise über tatsächliche Einnahmen und Ausgaben vorgelegt wurden (§ 41a Abs. 3 Satz 3 SGB II). Derartige Fälle treten hier in letzter Zeit gehäuft auf.

Alte Zeiträume sind also noch nach § 328 SGB III (über § 40 Abs. 2 SGB II a. F.) zu behandeln. Diese Norm bietet die Möglichkeit der Nullfestsetzung nicht. Nach altem Recht konnten die Gewinne aus selbständiger Tätigkeit bei fehlenden Nachweisen nur geschätzt werden. Eine Schätzung muss aber z. B. die Gewinne der Vorzeiträume und die bekannten Umstände berücksichtigen. Eine Nullfestsetzung kommt dabei realistisch meist nicht in Beracht.

Die zweite Frage bezieht sich auf die „rechtzeitige“ Vorlage abschließender Angaben zu Einnahmen und Ausgaben.
Der oben genannte § 41a Abs. 3 Satz 3 SGB II ist nicht eindeutig formuliert, wenn es darum geht, zu welchem Zeitpunkt die Angaben und Nachweise vorliegen müssen, um einer Nullfestsetzung zu entgehen. Dort steht nämlich einerseits „bis zur abschließenden Entscheidung“ und andererseits „trotz angemessener Fristsetzung … nicht fristgerecht“. Die „abschließende Entscheidung“ bezeichnet im juristischen Sprachgebrauch die letzte Verwaltungsentscheidung, d. h. im Falle eines Widerspruchs den Widerspruchsbescheid. Die Jobcenter hingegen betrachteten als „abschließende Entscheidung“ die endgültige Festsetzung der Ansprüche auf Null, also den ersten Bescheid, der hierzu erlassen wurde. Mit dieser Begründung wurden Widersprüche gegen Nullfestsetzungen zurückgewiesen, selbst wenn im Widerspruchsverfahren die notwendigen Unterlagen nachgereicht wurden.
Das Stichwort hierzu lautet „Präklusion“.

Auch dies hat das BSG nun kassiert und festgestellt, dass § 41a Abs. 3 Satz 3 SGB II keine Präklusionsvorschrift ist.
Damit kann man also gegen Nullfestsetzungen Widerspruch einlegen und im Widerspruchsverfahren die Unterlagen nachreichen. Das Jobcenter muss dann anhand der Unterlagen prüfen, ob und in welcher Höhe Ansprüche bestanden, die Nullfestsetzung aufheben und die Ansprüche in korrekter Höhe festsetzen.

Der Terminbericht zu der ersten Entscheidung ist hier zu finden, die beiden anderen nehmen auf diese Entscheidung Bezug.

Öffnungszeiten in den kommenden Tagen

Aus terminlichen Gründen ergeben sich in den kommenden Tagen leider folgende Einschränkungen bei den Öffnungszeiten:

Am Donnerstag, den 28.06.2018, bleibt die Kanzlei geschlossen.
Am Freitag, den 29.06.2018, wird voraussichtlich erst ab ca. 11.30 Uhr geöffnet.

Trotz der gerade laufenden WM haben die Einschränkungen nichts mit Fußball zu tun.
Meine Frau wird leider verletzungsbedingt einige Zeit ausfallen (hört sich nun doch nach Fußball an).
Es wird daher im Büro niemand anwesend sein, wenn ich z. B. Gerichtstermine wahrnehmen muss.

Wir bitten um Verständnis.

Urlaub

Noch einmal, damit es nicht untergeht:

Vom 18.06.2018 bis 25.06.2018 sind wir im Urlaub.
Ab Dienstag, den 26.06.2018, sind wir wieder wie gewohnt für Sie da.

Der „neue“ Datenschutz (DSGVO)

Datenschutz ist eine wichtige Sache und gerade für Anwälte selbstverständlich. Wie wohl jeder weiß, sind Anwälte verpflichtet, über Mandanten und Mandate zu schweigen. Das geht so weit, dass Dritten nicht einmal bekannt gegeben werden darf, ob eine bestimmte Person Mandant ist oder nicht.

In anderen Bereichen sind Daten weniger gut geschützt. Für zahlreiche Unternehmen sind persönliche Daten sogar eine wertvolle Ware. Wir bezahlen z. B. Unternehmen wie Google oder Facebook für ihre Dienste nicht mit Geld, sondern mit unseren Daten. Diese Daten dienen meist der personalisierten Werbung. Das führt dazu, dass persönliche Daten recht hemmungslos und unkontrolliert gesammelt und weitergegeben werden.

Die Datenschutz-Grundverordnung soll uns nun die Kontrolle über unsere Daten weitgehend zurückgeben. Diese ist übrigens gar nicht mehr so neu, wie manche meinen. Sie ist bereits am 24.05.2016 in Kraft getreten, aber erst seit dem 25.05.2018 anzuwenden. Nach der DSGVO können wir jetzt von jedem, der unsere persönlichen Daten erhebt, speichert, verarbeitet oder weitergibt, Auskunft über die gespeicherten Daten und deren Zweck verlangen, der Verarbeitung widersprechen, die Löschung oder Korrektur oder Vervollständigung verlangen und deren Weitergabe untersagen. Natürlich gibt es gewisse Einschränkungen und Ausnahmen, aber im Grunde ist es so gedacht.

Die DSGVO gilt aber nicht nur für die großen Internetkonzerne. Sie gilt für jeden, der die Daten nicht nur für rein private oder familiäre Zwecke verarbeitet. Also auch für mich.
Das Transparenzgebot gebietet es mir, über die Rechte nach der DSGVO zu informieren, wenn ich Daten erhebe. Natürlich muss ich Daten erheben, wenn ich als Anwalt tätig sein will. Wie sollte ich wohl Schriftsätze fertigen, wenn ich nichtmal den Namen und die Anschrift meiner Mandanten speichern dürfte?

Bei meiner Internetseite ist das aber eigentlich anders. Ich biete hier nur Informationen zum Abruf an. Ich habe ganz bewusst keine Kommentarfunktion und kein Kontaktformular auf dieser Seite, keine Plug-Ins oder Links zu sozialen Netzwerken, natürlich auch keine Werbung und ich nutze keine Analyse-Software. Man könnte also meinen, ich erhebe keine persönlichen Daten.

Streng genommen mache ich das aber doch. Sie haben in Ihrem Browser diese Seite aufgerufen und mein Server liefert den Inhalt der Seite an Ihren Computer, Ihr Smartphone oder Tablet. Damit das funktioniert, muss mein Server Ihre IP-Adresse kennen. Die IP-Adresse übermittelt Ihr Gerät automatisch an meinen Server. Der Server speichert diese IP-Adresse zumindest vorübergehend, damit er weiß, wohin er den Inhalt der Seite liefern soll. Doch damit nicht genug. Mein Provider bietet mir Statistiken über die Anzahl der Seitenaufrufe nach Tagen und Uhrzeiten, über die verwendeten Betriebssysteme und Browser, die Länder, aus denen die Seite aufgerufen wurde, und die Internetprovider der Besucher meiner Seite. Natürlich kann ich daraus keine Schlüsse auf Ihren Namen oder Ihre Anschrift ziehen. Dennoch sind das Daten, die mein Server erhebt und speichert. Also muss ich darüber informieren. Dies geschieht ab sofort auf dieser Seite.